Struff im US Open-Hauptfeld: „Der Regen hat mich gerettet“

Struff im US Open-Hauptfeld: „Der Regen hat mich gerettet“ 2304 1536 Michael Hölter

NEW YORK – Der Warsteiner Tennisprofi Jan-Lennard Struff steht zum zehnten Mal im Hauptfeld der US Open in New York – und profitierte dabei von einer eintägigen Regenunterbrechung. Beim letzten Grand Slam-Turnier des Jahres musste der 35-jährige Deutsche auf den blau-grünen Hartplätzen im Flushing Meadows Corona Park zum vierten Mal in seiner Karriere in die Qualifikation und meisterte erstmals alle drei Runden, um in das 128 Spieler umfassende Hauptfeld am „Big Apple“ einzuziehen.

„Ich bin happy, dass ich mich qualifiziert habe“, freut sich Jan-Lennard Struff nach überstandener Qualifikation und führt aus: „Ich habe insgesamt zwar schon neun Mal im Hauptfeld gestanden, aber die Quali ist etwas ganz anderes, eine Umstellung für den Kopf.“

Auf den kleineren Außenplätzen der Anlage im Stadtteil Queens musste Struff in der insgesamt vierten US Open-Qualifikation seiner Karriere zum Start gegen den Franzosen Clement Chidekh antreten und hatte gegen die 24-jährige Nummer 225 der Weltrangliste in 69 Minuten wenig Probleme – 6:4, 6:1.

Deutlich intensiver gestaltete sich das folgende Aufeinandertreffen mit Taro Daniel aus Japan (Weltranglisten-167.). „In der zweiten Runde war ich kurz vor dem Aus. Da hat mich der Regen gerettet, das muss ich eingestehen“, bilanziert Struff im Rückblick die Partie. Am vergangenen Mittwoch hatte der anhaltende Dauerregen die Zweitrunden-Begegnung beim Stand von 2:6, 1:0 aus Sicht des Deutschen unterbrechen lassen. Daniel war zu diesem Zeitpunkt der besser aufgelegte Spieler und schien auch nach der Wiederaufnahme am folgenden Donnerstag durch ein direkt gewonnenes Break auf der Siegerstraße zu bleiben. „Nach der Regenpause hatte ich eine neue Herangehensweise gefunden, auch wenn ich direkt ein Break kassiert hatte. Aber ich konnte die Partie zum Glück drehen und in meine Richtung lenken“, blickt Struff zurück. Der groß gewachsene Rechtshänder konterte mit einem Re-Break und schnappte sich nach 84 Minuten den Satzausgleich mit 6:4. Danach spielte der Sauerländer aus einem Guss und sicherte sich nach 114 Minuten den Einzug in die dritte Runde der Quali.

Hier wartete mit dem Franzosen Arthur Cazaux der an Nummer eins gesetzte Spieler der Qualifikation. Gegen den Weltranglisten-75. hatte Struff, aktuell die Nummer 145 der Welt, exakt vier Wochen zuvor im Viertelfinale in Kitzbühel (Sandplatz) verloren. In der neuesten Auflage des Matches legte der 35-jährige gegen den zu dem Zeitpunkt 13 Jahre jüngeren Franzosen einen fokussierten Auftritt hin, auch wenn sein Kontrahent den besseren Start erwischte. Das verlorene Aufschlagspiel holte der Deutsche aber im verlaufe des Satzes wieder ein, musste er allerdings beim Stand von 4:5 zwei Satzbälle abwehren, um kurz darauf im Tie-Break erfolgreich zu sein – 7:6.

Ab Montag im Hauptfeld, McDonald wird erster Gegner

In einem intensiven Duell mit teils spektakulären Ballwechseln konnte der Warsteiner die Partie auch im zweiten Durchgang an sich reißen und feierte nach 107 gespielten Minuten mit 7:6, 6:3 den Einzug ins Hauptfeld der US Open.

„Das war ein hartes Match, aber ich habe gut gespielt, zwei Satzbälle abgewehrt. Jetzt freue ich mich auf das Hauptfeld“, fasst Struff zusammen und blickt auf Nachfrage auf die am Montag anstehende Partie gegen Lokalmatador Mackenzie McDonald aus den USA: „Gegen ihn habe ich vorher noch nie gespielt, aber gegen einen US-Amerikaner bei den US Open ist es immer schwierig. Er ist ein guter Spieler, spielt flach und ist jemand, der Bälle sehr früh nimmt und offensiv spielt, aber auch gut kontern kann. Er bewegt sich gut und spielt schnell.“

Das Match wird am Montag als drittes auf Court 12 der Anlage der US Open ausgetragen. Sky und Sportdeutschland TV übertragen das Grand Slam-Turnier im Big Apple.

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