Official Website of Jan-Lennard Struff

Back to Homepage
6:2, 4:6, 6:7 – Unterlegen im Achtelfinal-Thriller

PARIS-BERCY – Knappes Achtelfinal-Aus für Jan-Lennard Struff beim Jahres-Abschlussturnier, dem ATP-Masters, im Pariser Stadtteil Bercy. Der 29-jährige Warsteiner unterlag dem französischen Routinier Jo-Wilfried Tsonga in einer hart umkämpften finalen Match-Phase mit 6:2, 4:6, 6:7 und verpasste dadurch das Viertelfinale gegen den 19-fachen Grand-Slam-Sieger Rafael Nadal.

Noch viel mehr wird den Deutschen aber vermutlich die Tatsache ärgern, dass er mit einem Sieg im Live-Ranking auf Rang 32 vorgerückt wäre und damit zum Saisonende in unmittelbarer Nähe zur Setzliste für die Australian Open im Januar gewesen wäre.

Doch dass der Warsteiner gegen die ehemalige Nummer 5 der Welt überhaupt von einem möglichen Matcherfolg träumen durfte, erarbeitete er sich in bemerkenswerter Manier. In der nahezu ausverkauften AccorHotels Arena im Ost-Pariser Stadtteil Bercy hatte der Westfale von Beginn an fast alle Zuschauer gegen sich, feierten die Franzosen Tsonga wie einen Nationalhelden. Struff lies sich dadurch allerdings nicht beirren und legte einen fast makellosen ersten Durchgang hin.

Publikum feiert Tsonga, Struff davon unbeeindruckt

Im insgesamt sechsten Aufeinandertreffen der beiden (3:2-Bilanz pro Tsonga vor der Partie) sicherte sich der Warsteiner als der deutlich besser agierende Akteur die Breaks zum 2:0 sowie zum Satzgewinn – 6:2 nach 31 Minuten. Struff lies die Fans auf den Rängen für das Erste verstummen.

Doch das Publikum kehrte lautstark zurück, als der 34-jährige Tsonga zu Beginn des zweiten Durchgangs zwei Möglichkeiten errang, um Struff erstmals seinen Aufschlag abzunehmen. Der Routinier nutzte die zweite Chance und erspielte sich den entscheidenden Vorteil, den er fortan verteidigte, um nach 74 Minuten den Satzausgleich zu erzielen.

Im entscheidenden Durchgang gaben sich die beiden Akteure bei ihren Servicegames keine Blöße. Auf dem atmosphärisch aufgeladenen Center Court musste Stuhl-Schiedsrichter Carlos Bernardes mehrfach um „Contenance“ bitten, gab es bei Struffs Aufschlagspielen häufig Zwischenrufe.

Als es nach 125 Spielminuten in den Tie-Break ging, kochte die Spannung der in vielen Phasen hochklassigen Partie auf ihrem Siedepunkt. Hier war es der Deutsche, der mit dem Mini-Break zum 2:0 den ersten Nadelstich setzen konnte. Tsonga konterte kurz darauf und brachte wieder alles in Reihe.

Matchball-Thriller im Tie-Break

Doch mit dem Mini-Break zum 6:4 erspielte sich Struff kurz darauf die ersten beiden Matchbälle. Dann serviert Tsonga. Durch die Mitte, Struff bringt den Return zurück, der Franzose spielt druckvoll auf die Vorhandseite des Deutschen, der den Ball auf die Rückhand des ans Netz eilenden Tsonga zurückschlägt. Der Routinier spielt einen unterschnittenen Rückhand-Cross-Ball kurz hinter das Netz. Unerreichbar für Struff, Erster Matchball abgewehrt.

Jetzt serviert Struff selbst zum Matchgewinn: Fehler beim ersten Aufschlag. Über den zweiten Aufschlag kommt Tsonga in die Rallye, sucht wieder sein Heil in der Flucht, als er nach einem druckvollen Vorhandschlag ans Netz eilt und Struff zu einem Fehler zwingt – 6:6.

Seitenwechsel, nächster Aufschlag Struff: Der Warsteiner geht in diesem Ballwechsel selbst ans Netz vor, platziert den Ball stark per Rückhandvolley in die rechte Ecke. Tsonga kommt noch soeben an den Ball und bringt ihn in hohem Bogen zurück. Überkopf-Volley, die Zeit scheint still zu stehen, die Filzkugel kommt in einem extrem senkrechten Winkel Richtung T-Linie. Struff setzt an – und bugsiert den Ball wuchtig ins Netz. Mini-Break und Matchball für Tsonga, der kurz darauf durch einen ins Aus trudelnden Crossball des Warsteiners den Matchgewinn feiert. 

Tausende Franzosen auf den Rängen sind außer sich. Struff gratuliert nach 2:17 Stunden fair am Netz. Der Deutsche unterdrückt darauf seine Enttäuschung, während Tsonga enthusiastisch über den Court hüpfend den Einzug ins Viertelfinale feiert.

Neben 90 Weltranglistenpunkten streicht der Sauerländer 67.025 Euro ein.

ATP-Masters Paris-Bercy: Jan-Lennard Struff – Jo-Wilfried Tsonga

1. Satz: 1:0, 2:0, 3:0, 3:1, 4:1, 4:2, 5:2, 6:2 (30 Minuten).
2. Satz: 1:0, 1:1, 1:2, 1:3, 2:3, 2:4, 3:4, 3:5, 4:5, 4:6 (74 Minuten).
3. Satz: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 5:5, 6:5, 6:6 (125 Minuten)
Tie-Break: 1:0, 2:0, 2:1, 3:1, 3:2, 3:3, 3:4, 4:4, 5:4, 6:4, 6:5, 6:6, 6:7, 6:8 (137 Minuten).