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7:6, 6:7, 7:6 – Struff gewinnt Viertelfinal-Thriller im Einzel und Doppel

AUCKLAND – Verrückt, verrückter, Jan-Lennard Struff in Auckland! Der Warsteiner Tennisprofi traf am Donnerstag sowohl im Einzel, als auch im Doppel mit Partner Ben McLachlan im Viertelfinale des ASB Classic (ATP 250) in der nordneuseeländischen Großstadt an und feierte zwei herausragende Erfolge.

Dabei stand der 28-Jährige insgesamt 4:26 Stunden auf den Courts der Anlage, um letztlich in beiden Wettbewerben das jeweilige Halbfinale zu erreichen. Das Außergewöhnliche: Der Sauerländer musste in jedem gespielten Satz über den Tie-Break gehen – und bewies Nervenstärke auf höchstem Niveau.

Match auf Spitz und Knopf gegen Carreno Busta

Ein absolut gelungener, aber ebenso intensiver Tag endetet für Jan-Lennard Struff am Donnerstag (10.01.) um kurz nach 12.30 Uhr deutscher Zeit. In der zwölf Stunden vor der Zentral europäischen Zeitzone liegenden Hafenstadt Auckland war bereits der Freitag angebrochen und damit der Tag, an dem Struff erstmals in zwei Halbfinals bei einem ATP-Turnier stehen wird. Im Kopf des Warsteiners geisterten aber noch die beiden unmittelbar zuvor absolvierten Duelle. Ersteres war ein unglaublich starkes und von den Zuschauern auf dem Center Court lautstark honoriertes Match gegen den Spanier Pablo Carreno Busta, der aktuell die Nummer 24 der Weltrangliste ist und beim ASB Classic an Position vier gesetzt war.

Im insgesamt vierten Aufeinandertreffen der beiden, zeichnete sich von Beginn an ein bemerkenswerter Schlagabtausch statt, in dem die erzielten Punkte mit den ersten Aufschlägen für Struff der Schlüssel zum Erfolg werden sollten. Der Warsteiner, der in den 2:59 Stunden Spieldauer insgesamt herausragende 22 Asse servierte, hatte sich lediglich die Ausbeute bei den sich gebenden Breakchancen zum Vorwurf machen können, lies er direkt zum Start gleich deren drei in Serie liegen. Zwar wehrte der Deutsche auch eine Breakmöglichkeit des Spaniers ab, doch am Ende ging es in den leistungsgerechten Tie-Break. Diesen konnte der Warsteiner nach 65 Minuten mit 7:5 für sich entscheiden, bevor der zweite Durchgang ohne Chancen, dem Gegner einen Aufschlag abzunehmen, erneut in die „Verlängerung“ ging. Hier nutzte der Spanier einen leichten Volleyfehler des Deutschen zum 6:8 und dem gleichbedeutenden Satzausgleich.Der dritte Satz hatte es dann in sich, präsentierten die Profis den Zuschauern auf dem Center Court in den späten Abendstunden einen schwer zu vergleichenden Schlagabtausch und sorgten mit bemerkenswerten Ballwechseln für vielfache Jubelsprünge auf den Rängen. Struff brilliert vor allem durch seine Präzision und sicherte sich mehrfach gegen die Laufrichtung seines Gegners schlagend wichtige Winner. Dabei egalisierte Struff das frühe Break zum 0:1 und 3:4 im direkten Gegenzug und hatte bei eigener 5:4-Führung drei Matchbälle auf dem Schläger. Doch auch diese konnte Carreno Busta abwehren, um kurz darauf in den dritten Tie-Break des Matches zu gehen.

Drei Tie-Breaks auf Augenhöhe

Hier erwischte der Deutsche den schlechteren Start, musste durch ein kassiertes Mini-Break den 0:3-Rückstand hinnehmen. Doch in größter Comeback-Manier drehte der Warsteiner auf 5:3. Doch dem Spannungsbogen des gesamten Matches angemessen hatte auch der Weltranglisten-24. eine Antwort parat und egalsierte erneut. So musste der Sauerländer beim Stand von 5:6 einen Matchball abwehren, bevor er nach 179 Minuten Spielzeit und mit einem erfolgreich verwerteten Volley zum 9:7 das erste ATP-Halbfinale im Einzel seit St. Peterburg im September 2017 erreichte. „Das war ein unglaubliches Match“, schnaufte der Warsteiner Sekunden nach dem Sieg in das Mikrofon des Turnier-Moderators. „Pablo ist ein unglaublicher Kämpfer und ich zolle ihm großen Respekt für dieses Duell. Das war es vor allem auch Mental ein unfassbar anstrengendes Match. ich bin einfach nur glücklich, im Halbfinale zu stehen.“

Nach dem „besten Match des bisherigen Turniers“, wie es die Kommentatoren des Turniers nach der Partie adelten, ging es für den Deutschen direkt auf den Weg zum Doppel-Duell. Zusammen mit seinem Patner Ben McLachlan, der die Einzel-Partie von der Tribüne aus verfolgte, ging es gegen das Doppel Marcus Daniell und Wesley Koolhof. Doch wie schon im Einzel bewiesen Struff und auch McLachlan Nervenstärke, ließen keine Breaks zu und sicherten sich durch das 7:6, 7:6 ebenfalls das Ticket zum Halbfinale.

„Nailbiter“ auch im Doppel-Viertelfinale

Hier wartet jetzt das an Position eins gesetzte Duo Marach/Pavic. Die Partie wird allerdings als letzte des Tages ausgetragen, um Struff nach seinem für 16.30 Uhr Ortszeit angesetzten Match gegen den Briten Cameron Norrie noch eine Ruhepause zu gönnen.

Neben 90 Weltranglistenpunkten in beiden Wettberwerben kassiert der Deutsche im Einzel 27.175 Dollar Preisgeld und teilt sich bis dato 8290 Dollar Preisgeld mit Ben McLachlan für das Doppel.