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Teneriffa-Trainingslager: „Der Lieblingsschlag wird immer mehr die Vorhand“

WARSTEIN/TENERIFFA – Konstante Temperaturen um die 20 Grad gepaart mit einer leichten Atlantikbrise. Was viele Deutsche im kühlen Dezember vermissen, nutzt Berufstennisspieler Jan-Lennard Struff, um sich optimal auf die bevorstehende Tennissaison 2019 vorzubereiten. Seit dem 3. Dezember weilt der Warsteiner auf der größten der kanarischen Inseln, nachdem er zuvor bereits knappe zwei Wochen Fitnesstraining in Kamen hinter sich gebracht hatte. Damit konnte sich der 28-Jährige nach dem Jahres-Endturnier in Paris-Bercy lediglich drei Wochen Pause gönnen, um sich von einer seiner intensivsten Spielzeiten überhaupt zu regenerieren, die er im auslaufenden Jahr 2018 bestritten hat.

Trotzdem strotzt Struff voller Tatendrang. Nachdem er sich in den vergangenen beiden Jahren bei der Mouratoglou-Academy in Nizza vorbereitet hatte, ging es jetzt 2700 Kilometer gen Südwesten. Hier stehen dem Deutschen hochkarätige Trainingspartner auf der sonnendurchfluteten Anlage auf Teneriffa zur Seite.

Mit dem aktuell Achten der ATP-Weltrangliste, dem Österreicher Dominic Thiem, ist nicht nur ein guter Freund des Warsteiners, sondern auch ein weiterhin hochgehandelter Kandidat für Grand-Slam-Erfolge dabei. Dazu gesellen sich der zuletzt zwei Monate verletzte Belgier David Goffin (Weltranglisten-22.), der durch seine Ellbogenprobleme aus den Top Ten gerutscht war, der Lette Ernest Gulbis (ATP-95.), ebenfalls ehemaliger Top Ten-Spieler, und der Österreicher Dennis Novak (ATP-143.).

Hervorragende Bedingungen, starke Trainingspartner

Doch anstatt durchgängig mit seinen Mitstreitern zu trainieren, wurde der Warsteiner in seinem Tatendrang teilweise gestoppt. Blasen in der Schlaghand verhinderten einige Trainingseinheiten mit der gelben Filzkugel, stattdessen wurden Konditionseinheiten eingeschoben.

„Es nervt natürlich, wenn die anderen trainieren können und ich nur an der Fitness arbeiten kann. Ich möchte in solchen Momenten auch unbedingt auf dem Platz stehen“, berichtet der auf Rang 57 der Weltrangliste überwinternde Struff über die Handblessur.

Begleitet wird der Sauerländer wie so oft von seinem Trainer Carsten Arriens, der mittlerweile seit knapp dreieinhalb Jahren der Tennisverantwortliche Mann an der Seite Struffs ist. Und als die beiden auf der kanarischen Insel noch ohne Verletzungspause das Spielerische trainieren konnten, wurde zweieinhalb Wochen lang der Fokus auf die Basisschläge gelegt.

„Der Lieblingsschlag wird immer mehr die Vorhand, an der wir viel arbeiten”, verrät Coach Carsten Arriens und führt aus: „Wenn man auf der Tour gut bestehen möchte, geht das nur über Aufschläge und eine gute Vorhand. Das sind zwei Basisschläge, die auf einer hohen Qualität sein müssen. Da tasten wir uns immer mehr ran.”

Arriens: „Basisschläge müssen auf einer hohen Qualität sein“

Neben den intensiven Einheiten auf den zügig zu bespielenden Courts, die Struff in seinen Vorbereitungen bevorzugt, verfolgt er trotz der Entfernung natürlich auch weiterhin seinen Lieblingsfußballverein Borussia Dortmund. Der Warsteiner dazu: „Das Derby gegen Schalke konnte ich nur 30 Minuten sehen, weil ich dann wieder trainieren musste, aber das war am Ende natürlich eine Genugtuung. Vor allem, weil ich letztes Jahr bei dem bitteren 4:4 im Stadion war.“

Noch bis Donnerstag (20.12.) wird der 28-Jährige auf Teneriffa weilen, bevor es zurück in seine sauerländer Heimat geht. Neben einer kurzen Vorweihnachtszeit wird aber auch nach Heilig Abend nicht viel Zeit für „Struffi“ in Deutschland bleiben: Bereits am 1. Weihnachtstag macht er sich auf den Weg nach Brisbane. In der ostaustralischen Metropole bestreitet der Westfale zum Jahreswechsel sein erstes Turnier der neuen Saison, die erstmals für ihn im Pat-Rafter-Stadium Brisbanes beginnen wird. Unbekannt ist der Ort für ihn nicht: An gleicher Stätte hatte er Februar 2018 beim Davis-Cup-Erfolg mit Deutschland gespielt.

Vorher wird sich Jan-Lennard Struff noch mal seiner zweiten großen Leidenschaft widmen: dem BVB, der am morgigen Freitagabend im Signal-Iduna-Park Borussia Mönchengladbach empfängt. Dieses Mal aber nicht aus der Ferne, sondern live im Stadion, bevor nur vier Tage später die Reisestrapazen im Tenniszirkus wieder einen Großteil der Zeit fressen werden.

Dafür kann sich der Warsteiner auf der Südhalbkugel aber wie bereits in den letzten 17 Tagen wieder an einem deutlich angenehmeren Klima erfreuen.