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6:7, 3:6, 7:6, 7:6, 13:11 – Struff trifft nach Aufschlag-Schlacht auf Roger Federer

LONDON/WIMBLEDON – Als Jan-Lennard Struff nach seinem Erstrunden-Match am Montag Court 14 der Anlage des All England Lawn Tennis and Croquet Club verließ, hatte er 3:28 Stunden gegen den Argentinier Leonardo Mayer in den Beinen, einen 0:2-Satzrückstand aufgeholt und seinen ersten Sieg beim renommierten Rasenklassiker Wimbledon seit 2013 feiern können.

Die geballte Faust: Jan-Lennard Struff steht erstmals in der dritten Runde eines Grand Slams.

Dass sich das Szenario rund 48 Stunden später nahezu identisch wiederholen sollte, hätte der Warsteiner auf diese Art im Vorfeld selbst kaum für möglich gehalten. Doch als am frühen Mittwochabend um 18.26 Uhr englischer Ortszeit sein Zweitrunden-Kontrahent, der 2,11-Meter-Riese Ivo Karlovic, einen Rückhand-Volley nach 3:54 Stunden Spielzeit ins Netz bugsierte, reckte der 28-jährige Struff beide Arme gen Londoner Himmel und komplettierte das Bild des erleichterten Jubels mit einem breiten Grinsen über beide Ohren.

Struff hatte innerhalb von zwei Tagen zwei Mal etwas geschafft, dass ihm zuvor erst einmal in seiner ganzen Karriere gelungen war – er drehte sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Runde des diesjährigen Turniers in Wimbledon einen 0:2-Satzrückstand noch zum Weiterkommen. Aber den spektakuläreren Ausgang bot die Begegnung gegen Karlovic am Mittwoch.

Wie bereits beim 3:6, 6:7, 7:6, 7:6, 6:1 gegen den Argentinier Mayer verlor der Deutsche die ersten beiden Sätze. Mit gleichem Resultat, nur in vertauschter Reihenfolge, lief der Warsteiner nach 77 Minuten erneut gegen das drohende Ausscheiden an.

Beruhigung durch jüngst gewonnene Erfahrung

Doch Struff reagierte (wieder) nervenstark, hielt den wuchtigen kroatischen Aufschlägen Stand und kämpfte sich nach exakt zwei Stunden durch ein 7:4 wieder ins Match zurück. Der Warsteiner meinte: “Ich habe mir gedacht: ‘Das habe ich am Montag schon mal geschafft.’ Und das hat mich dann etwas beruhigt.”

Start bei den Aufschlägen und am Netz: Per Serve-and-Volley wehrte Struffi einen Matchball ab.

Die Sätze im Duell der beiden stark servierenden Spieler boten spielerisch keine Masse an Highlights, beeindruckten am Ende dafür aber mit 61:31 Assen für den 39-jährigen Karlovic. Dieser hatte im vierten Durchgang beim Stand von 5:6 sogar einen Matchball, den der Sauerländer allerdings per unaufgeregtem Serve-and-Volley abwehren konnte und kurz darauf mit dem Satzausgleich per erneutem 7:4 im Tie-Break beantwortete.

Jetzt ging es in den entscheidenden Satz, in dem es in Wimbledon bei einem möglichen Stand von 6:6 keinen Tie-Break geben würde – und dieses Ergebnis übertrumpften die beiden um Längen. Nachdem es lediglich im zweiten Durchgang ein Break für Karlovic gegeben hatte, war es der Warsteiner, der nach einer unglaublichen Spielzeit von 234 Minuten beim Stand von 12:11 einen Break- und damit seinen ersten Matchball bekommen sollte. Zu diesem Zeitpunkt hatten beide Akteure jeweils 205 Punkte gewinnen können – und es sollte der entscheidende folgen: Karlovic wählte den Aufschlag durch die Mitte, Struff konnte den Return mit der Vorhand zurückbringen. Der nach vorne eilende Kroate setzte dann zum Rückhand-Volley an und brachte das Spielgerät im Netz unter. Game, Set and Match Jan-Lennard Struff! Bei der 20. Hauptfeld-Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier gelang somit der erste Einzug in die dritte Runde.

“Habe im Januar ein gutes Match gegen Roger gespielt”

Die Freude ist riesig, vor allem weil sie anhält: Denn jetzt wartet mit Roger Federer einer der größten, wenn nicht sogar der größte Spieler aller Zeiten. Bevor die Begegnung allerdings stattfinden wird, wird Struffi am Donnerstag zusammen mit seinem Australian-Open-Halbfinal-Doppelpartner Ben McLachlan im ersten Match auf Court 11 auf das Duo Monroe/Smith treffen.

Zum Federer-Duell sagte er: “Bei den Australian Open in Melbourne habe ich im Januar ein gutes Match gegen Roger zeigen können, das macht Mut und darauf baue ich auf. Klar ist aber, dass es brutal schwer werden wird. Die Vorfreude darauf ist riesig, vor allem weil möglicherweise auf dem Center Court gespielt wird.”

 

Der Zweitrunden-Marathon in der Spiel-für-Spiel-Nachlese:
Wimbledon, 2. Runde: Struff – Karlovic
1. Satz: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 5:5, 6:5, 6:6;
Tie-Break: 1:0, 2:0, 2:1, 2:2, 2:3, 2:4, 3:4, 4:4, 5:4, 5:5, 5:6, 5:7 (54 Minuten).
2. Satz: 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 3:3, 3:4, 3:5, 3:6 (77 Minuten).
3. Satz: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 5:5, 6:5, 6:6;
Tie-Break: 1:0, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 2:4, 3:4, 4:4, 5:4, 6:4, 7:4 (120 Minuten).
4. Satz: 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 3:3, 3:4, 4:4, 4:5, 5:5, 5:6, 6:6;
Tie-Break: 0:1, 1:1, 2:1, 2:2, 2:3, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 6:4, 7:4 (160 Minuten).
5. Satz: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 5:5, 6:5, 6:6, 7:6, 7:7, 8:7, 8:8, 9:8, 9:9, 10:9, 10:10, 11:10, 11:11, 12:11, 13:11 (234 Minuten).