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6:4, 6:7, 6:2, 6:7, 6:4 – Struff/Pütz gewinnen Doppel-Thriller im Davis Cup

BRISBANE – Die Spannung war zum Greifen nahe, die Atmosphäre fantastisch: Über 3:16 Stunden lieferten sich Jan-Lennard Struff und Tim Pütz im Doppel des zweiten Davis-Cup-Tages gegen das australische Team John Peers und Matthew Ebden einen intensiven Fight. Dabei agierten die Europäer über weite Strecken des Matches spielbestimmend, mussten aber neben zwei Tie-Break-Niederlagen im entscheidenden Satz kritische Momente überstehen.

Doch Struff und Pütz meisterten das Doppel vor wieder einmal vollen Rängen in der Pat Rafter Arena mit Bravour und brachten das deutsche Team in der ersten Runde des Davis Cups mit 2:1 in Führung.

Doppel am Samstag: Tim Pütz und Jan-Lennard Struff gegen Matthew Ebden und John Peers (von links). Fotos: Hölter

Dass die beiden Bundesliga-Spieler des TC BW Halle zusammen auf dem Platz agieren sollten, entschied sich erst am Abend vor dem Match. Nachdem Alexander Zverev in seinem gewonnen Einzel am Freitag knapp vier Stunden auf dem Platz gestanden hatte, besprach sich das DTB-Team um Michael Kohlmann und Boris Becker, das bereits in der letztjährigen Relegation in Portugal siegreiche Duo antreten zu lassen.

Eine gute Wahl, wie sich letztlich herausstellte, bauten die beiden Deutschen darüber hinaus ihre persönliche Bilanz aus und bleiben wettbewerbsübergreifend (Challenger-Tour, Bundesliga, Davis Cup) weiterhin ungeschlagen.

Allerdings mussten der 27-jährige Struff und sein drei Jahre älterer Partner Pütz länger auf dem Platz stehen, als man zu Beginn des Matches hätte vermuten können. Die beiden agierten sichtlich überlegen, machte sich auch die Eingespieltheit der beiden bemerkbar. Auf der gegnerischen Seite spielten John Peers, Vierter der ATP-Doppel-Weltrangliste, und Matthew Ebden, Nummer 74 der Einzel-Rangliste, erstmals zusammen.

Struff und Pütz wettbewerbsübergreifend noch kein Match verloren

Das erzielte Break zur 5:4-Führung im ersten Durchgang war die logische Konsequenz der überzeugenden deutschen Spielweise, die nach 32 Minuten mit dem Satzgewinn belohnt wurde.

Auch anschließend präsentierten sich Pütz und Struff als hervorragende Return-Spieler, griffen immer wieder die Aufschläge ihrer Kontrahenten an. Dadurch konnte das Break zum 3:2 erzielt werden, das den beiden wieder einen Vorteil brachte – doch dieses Mal keinen entscheidenden.

Peers und Ebden konnten beim Stand von 5:4 für Deutschland einen Satzball abwehren, bevor ihnen mit dem dritten Breakball bei Aufschlag des 30-Jährigen der Ausgleich gelang.

Support von Fans und Mannschaft: Die Stimmung in der Arena sowie beim deutschen Team in Brisbane.

„Bis dahin hatte ich das Gefühl, dass Tim Pütz der beste Spieler auf dem Platz war“, erklärte DTB-Kapitän Michael Kohlmann nach der Partie. Pütz selbst beschrieb die Situation: „Unsere Gegner haben in dem Spiel einfach sehr gut retourniert und starke Schläge gehabt.“ Kurz darauf folgte der Tie-Break, den die Australier mit 1:7 zum Satzausgleich verwerten konnten.

Doch die Mitteleuropäer bewiesen wieder ihre alte Stärke und gingen durch das 6:2 nach insgesamt 110 Minuten wieder in Führung.

Mit zwei abgewehrten Breakchancen zu Beginn des vierten Durchgangs hielten sich die „Aussies“ im Match und erreichten nach 2:30 Stunden den erneuten Tie-Break.

Hier war es Struff, der mit einem Doppelfehler das entscheidende Mini-Break verursachte, dass das 4:7 im Tie-Break und den entscheidenden fünften Satz zur Folge hatte.

Hier meisterten die Deutschen kritische Momente, als sie beim Stand von 2:3 teils spektakulär drei Breakbälle abwehrten. Im darauf folgenden Aufschlagspiel der Gastgeber agierten die Haller Bundesliga-Spieler dann wieder herausragend und nutzten die vierte Breakchance zur 4:3-Führung. Beim folgenden Servicegame von Struff wehrte das Team des DTB dann zwei erneute Möglichkeiten der Gegner ab und bestätigten den Vorteil mit der 5:3-Führung. Wenige Momente ergaben sich die ersten drei Matchbälle, von denen die Deutschen den ersten zur 2:1-Führung Deutschlands nutzen konnten und das deutsche Team in große Jubel-Euphorie versetzte.

Riesenjubel nach dem gewonnenen Fünfsatz-Thriller: der deutsche Davis-Cup-Kapitän und Jan-Lennard Struff.

Bei der anschließenden Pressekonferenz bremste Michael Kohlmann diese Euphorie: „Wir wissen genau, wie schnell es beim Davis Cup gehen kann. Vor fünfeinhalb Jahren lagen wir in der Relegation gegen Australien selbst 1:2 zurück und haben dann noch gewonnen.“ Außerdem bilanzierte er: „Wir haben einen schlechten Tie-Break gespielt, das war im zweiten Satz, aber ansonsten waren wir heute das klar bessere Team. Wir sind mit den kritischen Momenten gut umgegangen und haben weiter gespielt.“

Pütz und Struff analysierten nach der Partie: „Wir haben gegen ein gutes Doppel gewonnen. Wir hatten auch das Gefühl, dass bessere Team zu sein, aber im Doppel geht es immer schnell. Wenn man seine Chancen nicht nutzt, kommt der Gegner ran oder geht in Führung. Wir würden natürlich auch in Zukunft gerne zusammen Doppel auf der ATP-Tour spielen, aber dafür sind unsere Turnierpläne noch zu unterschiedlich.“