Official Website of Jan-Lennard Struff

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4:6, 4:6, 4:6 – Aufschlagriese Kyrgios zu stark für Struff

BRISBANE – Einen ausgeglichenen Start in die erste Runde des Davis Cups erlebte das Duell zwischen Australien und Deutschland am Freitag. Im nordost-australischen Brisbane hatte Alexander Zverev in einem 3:56 Stunden langen Fünfsatz-Krimi durch sein 6:4, 4:6, 4:6, 6:3, 7:6 seine Farben gegen den Nachwuchsstar der Gastgeber, Alex de Minaur, in Führung bringen können. Der Warsteiner Jan-Lennard Struff kassierte im Anschluss jedoch gegen die stark aufgelegte australische Nummer eins, Nick Kyrgios, eine glatte Dreisatz-Niederlage.

Dass Struff gegen die aktuell 44 Plätze besser positionierte Nummer 14 der Welt antrat, war auf seine starken Leistungen im noch jungen Jahr zurückzuführen. Team-Kapitän Michael Kohlmann hatte sich für die deutsche Nummer zwei hinter Alexander Zverev im aktuellen Davis-Cup-Aufgebot entschieden, die Deutschland in den Relegationen 2016 und 2017 in der Weltgruppe halten konnte. Kohlmann bereute seine Entscheidung nicht, musste aber anerkennen, dass Kyrgios der bessere Spieler war: „Wir sind angetreten, um mit einer 2:0 den Tag zu beenden. Wenn ich nicht daran geglaubt hätte, dass Struffi Kyrgios schlagen könnte, hätte ich ihn gar nicht aufgestellt. Kyrgios hat aber stark aufgeschlagen und gut gespielt. “

Als das erste Einzel-Aufeinandertreffen des 22-jährigen Australiers und seines fünf Jahre älteren Kontrahenten um 16.34 Uhr startete, wurde den knapp 5500 Zuschauen schnell klar, dass es ein Match der wuchtigen Aufschläge werden sollte. Während Struff sein erstes Spiel mit Services um die 215 km/h durchbringen konnte, legte sein Gegenüber anschließend noch mal zehn km/h drauf. Insgesamt 32 Asse bekamen die euphorisierten und lautstarken Fans um den Court zu sehen, 21 davon alleine vom in Canberra geborenen Rechtshänder.

Somit sollte bei den beiden Akteuren auf das bessere Returnspiel ankommen, legte hier der „Aussie“ insgesamt den besseren Auftritt hin. Zwar konnte Struff nach dem kassierten Break zum 2:3 eine direkte Möglichkeit zum Re-Break erspielen, wehrte sein Gegenüber aus Down Under diese jedoch sicher ab. So war es nach 24 Minuten Kyrgios, der drei Satzbälle erspielen und den ersten davon zur Führung nutzen konnte.

Auch im zweiten Durchgang spielte sich Ähnliches ab, gab der Warsteiner seinen Service zum 1:2 ab, kassierte nach 66 Minuten das 4:6 und damit das 0:2 in Sätzen.

Im ganzen Match konnte man dem 27-jährigen Sauerländer keinen entscheidenden Vorwurf machen, beging er ebenso wie sein Gegner lediglich 17 Unforced Erros (unerzwungene Fehler) und erzielte dabei mit 26 Winnern doppelt so viele wie sein Kontrahent. Doch sein mutiges Spiel blieb auch im dritten Satz unbelohnt, waren die insgesamt acht unterlaufenen Doppelfehler das einzige Manko des Warsteiners.

Am Ende musste Struff nach 97 Minuten Spielzeit seinem Gegenüber Kyrgios händeschüttelnd anerkennen, dass er ein hervorragendes Match abgeliefert und dadurch für Australien das 1:1 im Ländervergleich erzielt hatte.

Der Sauerländer bilanzierte anschießend: „Kyrgios hat heute einfach zu gut aufgeschlagen. Ich habe bei den Breaks gegen mich zu viele einfache Fehler gemacht. Und wenn Kyrgios in Führung liegt und einen Lauf hat, ist es schwer ihn aufzuhalten.“

Nick Kyrgios fasste zusammen: „Es war ein schwieriges Match, vor einer speziellen Kulisse mit tollen Fans. Es ist immer etwas Besonderes für das Davis-Cup-Team zu spielen.“

Die sportliche Auseinandersetzung wird am Samstag (03.02.) um 13 Uhr Ortszeit mit dem Doppel fortgesetzt, die genauen Paarungen geben die beiden Davis-Cup-Kapitäne Lleyton Hewitt und Michael Kohlmann erst kurz vor der Partie bekannt. Im vergangenen September bei der Relegation gegen Portugal hatte Struff zusammen mit Tim Pütz erfolgreich das Duell am Samstag bestritten, werden den beiden in Brisbane erneut gute Chancen eingeräumt. Zumindest auf australischer Seite sollte mit John Peers, aktuell Vierter der Doppel-Weltrangliste, eine Personalie sicher besetzt sein.