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6:1, 6:2, 6:4 – Struff sprintet zu Zweitrunden-Duell mit Roger Federer

MELBOURNE – 1240 Tage und zehn Grand-Slam-Turniere musste Jan-Lennard Struff warten, bevor er am Dienstag (16.01.) bei den Australian Open nach einem souveränen Auftakterfolg gegen den 20-jährigen Südkoreaner Soonwoo Kwon wieder in die zweite Runde eines der vier gößten Tennis-Turniere einziehen konnte. Im August 2014 war nach einem spektakulär gedrehten Match gegen Mikhail Kukushkin (2:6, 3:6, 6:3, 6:3, 7:5) im folgenden Match gegen den Aufschlagriesen John Isner Schluss. Morgen wird der Warsteiner auf einen Riesen der anderen Art treffen – den Schweizer Roger Federer.

Doch um dieses Match zu erreichen musste der 27-Jährige auf Court 22, einem der kleinsten Courts auf der Anlage des Melbourne Parks, zuerst die „Plicht“ erfüllen. Gegen den 1,80 Meter großen Südkoreaner hatte der Warsteiner zuvor noch kein Duell gespielt, waren Informationen über den mit einer Wildcard angetretenen Asiaten kaum vorhanden.

Dank hoher Konzentration zu schnellem Erfolg

Fand keine Antworten auf Struffs Spiel: der Südkoreaner Soonwoo Kwon.

Doch Struff machte von Beginn an nahezu alles richtig. Er zwang der aktuellen Nummer 175 der Weltrangliste sein Spiel auf und war bei 28 Grad Celsius in der strahlenden Sonne Melbournes auf den Punkt fokussiert. Mit diesem Fokus und seiner perfekt eingesetzten Stärke, dem Aufschlag, brachte er seine Aufschlagspiele souverän durch und profitierte in den entscheidenden Momenten von der Nervenschwäche seines Gegners, der die Aufschlagspiele bei 2:1 und 4:1 für Struff jeweils per Doppelfehler abgab. Dadurch dauerte es lediglich 17 Minuten, bis Struff den ersten Satz auf seiner Habenseite verbuchen konnte.

Mit diesem Schwung ging es auch im zweiten Durchgang weiter: Dem direkten Break zum 1:0 folgte wenige Minuten später ein weiterer abgenommener Service zum 4:1, sodass nach weiteren 23 Minuten bereits die 2:0-Satzführung auf der Anzeigetafel erleuchtete und die zahlenmäßig deutlich unterlegenen deutschen Fans zu zufriedenem Applaus bewegte.

Break im dritten Satz kassiert

Einer der kleineren Plätze der Australian Open: Court 22.

Ein einziges Mal keimte bei den südkoreanischen Fans, deren Anzahl sich während des Matches von 80 auf 20 reduzierte, Hoffnung auf, als ihrem Schützling nach einem erneuten frühen Aufschlag-Verlust das Re-Break zum 2:2 gelang. Doch beeindruckt zeigte sich der Warsteiner davon nicht, blieb er bei seinem kraft- und druckvollem Spiel, das vielfach mit Winnern belohnt wurde. So sicherte sich Struff das Break zum 3:2, das letztlich das entscheidende im dritten Satz sein sollte. Nach 77 Minuten hatte der Deutsche dann seinen ersten Matchball, den er umgehend zum Einzug in die zweite Runde verwerten konnte. Hier trifft er dann zum bislang zweiten Mal in seiner Einzelkarriere auf den amtierenden Australian-Open-Champion Roger Federer. Im Juni 2016 hatte der Sauerländer bei den Gerry Weber Open mit 4:6, 6:7 gegen den 19-fachen Grand-Slam-Titelträger verloren.

„Federer der beste Spieler aller Zeiten“

Waren mit dem Struff-Auftritt zufrieden: Bundesliga-Teamkollege Tim Pütz und Trainer Carsten Arriens.

Dazu sagte Struff nach seinem Match: „Das sind die Spiele für die man Tennisspieler wird. Ich freue mich riesig, gegen ihn antreten zu können. Er ist der beste Spieler aller Zeiten und es wird auch eine mentale Herausforderung. Aber mein Trainer Carsten wird sich eine Strategie ausgedacht haben und mir wertvolle Tipps geben. Es liegt dann an mir sie umzusetzen. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, zu gewinnen.“ Federer gewann sein Erstrundenmatch im ersten Night-Session-Match am gestrigen Dienstag gegen den Slowenen Aljaz Bedene.

Außerdem bilanzierte der Warsteiner seine Erstrunden-Partie: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Match. Auf dem schnellen Court habe ich mein Spiel perfekt durchbringen können.“

Am Mittwoch tritt der Warsteiner dann noch im Doppel an: Zusammen mit dem Japaner Ben Mclachlan trifft er im dritten Match auf Court 13 auf das australische Duo Thanasi Kokkinakis und Jordan Thompson.

Shake Hands nach 77 Minuten: Kwon gratuliert Struff zum Weiterkommen in Melbourne.