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6:0, 6:7, 3:6, 7:6, 6:4 – Deutsches Davis-Cup-Team nach Struff-Sieg weiter in Weltgruppe

LISSABON – Unglaubliche Leistung von Jan-Lennard Struff! Der Warsteiner hat wie schon im vergangenen Jahr den entscheidenden Punkt im Kampf gegen den Abstieg Deutschlands im Davis Cup eingefahren und durch einen hart umkämpften Fünfsatz-Krimi gegen den Portugiesen Joao Sousa den Verbleib seines Teams in der Weltgruppe gesichert.

Damit wird sich Deutschland auch im kommenden Jahr mit den 16 besten Nationen der Welt um den Titel im Davis Cup messen. Doch damit es dazu kam, musste das Team um Kapitän Michael Kohlmann am vergangenen Wochenende hart arbeiten. Nachdem Cedrik-Marcel Stebe am Freitag das erste Einzel gegen Joao Sousa gewinnen konnte, egalisierten die Iberer am Freitagnachmittag durch den Sieg von Pedro Sousa über Jan-Lennard Struff zum 1:1.

Am Samstag folgte dann das Doppel, in dem mit Tim Pütz und Jan-Lennard Struff zwei zuletzt gemeinsam erfolgreiche Akteure für Deutschland antraten. Beide hatten jüngst den Doppel-Wettbewerb beim Challenger in Genua gewonnen und in der Bundesliga ihre fünf gemeinsamen Doppel auf dem Weg zur Meisterschaft gewonnen. Die perfekte Abstimmung innerhalb des Duos zeigte sich auch zu Beginn gegen die beiden Portugiesen Joao Sousa und Gastao Elias. Mit 6:2 holten die Mitteleuropäer den ersten Satz, bevor Portugal besser wurde und die Partie mit zwei gewonnenen Durchgängen 4:6, 6:7(5) drehen konnten.

Doch dank einer starken Steigerung Struffs und mit Tim Pütz, der am Samstag der insgesamt beste Akteur auf dem Court der Anlage des „Clube de Ténis do Jamor“ war, kämpften sich die Schwarz-Rot-Gelben zurück und sicherten sich mit 6:4 den Ausgleich. Somit musste der fünfte Durchgang die Entscheidung bringen, in dem sich die beiden Bundesliga-Akteure des TC BW Halle beim Stand von 4:4 das letztlich vorentscheidende Break sicherten, das nach 3:37 Stunden den 6:2, 4:6, 6:7, 6:4, 6:4-Matcherfolg sowie die 2:1-Führung für den DTB zur Folge hatten.

Mit diesem Vorsprung ging es auch in den entscheidenden Sonntag, an dem Jan-Lennard Struff von Kapitän Michael Kohlmann für das Aufeinandertreffen mit Joao Sousa (ATP 57) ins Rennen geschickt wurde. Somit trafen ab 12.08 Uhr deutscher Zeit die besten Akteure beider Teams aufeinander.

Doch den wesentlich besseren Start erwischte der aktuell auf Platz 54 der Welt liegende Warsteiner. 22 Minuten benötigte er, um mit 6:0 eine deutliche Ansage zu machen. Und auch im zweiten Durchgang schien es so weiter zu gehen, führte der Westfale schnell mit einem Break vor 3:0. Doch dann kam Sousa zurück ins Match, egalisierte zuerst zum 3:3, bevor es nach 61 Minuten in den Tie-Break ging. Hier konnte der Deutsche seinen Aufschlag dreifach nicht durchbringen und unterlag schließlich mit 3:7, was gleichbedeutend mit dem Satzausgleich war.

Jetzt zeigte sich Sousa von seiner besten Seite, die ihn einst auf Platz 28 der Weltrangliste befördert hatte. Mit dem Wissen, Struff bereits 2011 und 2014 jeweils einmal geschlagen zu haben, holte er sich das Break zum 2:4, das er nach 96 Minuten zur Führung für sein Land nutzen konnte.

Vor gut gefüllten Rängen und einem frenetisch anfeuerndem Publikum war Struff jetzt gefordert. Bei deutlich weniger starkem Wind als noch am Freitag offenbarte sich ein viel besseres Match, das dem 27-jährigen Warsteiner am gestrigen Sonntag trotz Rückstand deutlich besser lag.

Unbeeindruckt spielte „Struffi“ weiter, sicherte sich im vierten Durchgang den ersten Service seines Gegenübers, bevor Sousa umgehend mit dem Re-Break antwortete. Es war nun ein offener Schlagabtausch mit bemerkenswerten Ballwechseln, die die Stimmung weiter anheizten. Letztlich musste auch dieser Satz im Tie-Break entschieden werden, womit der Ausgang auf Messers Schneide stand. Nach jeweils zwei Mini-Breaks für beide Akteure musste Struff nach 143 Minuten einen Matchball abwehren. Bei eigenem Aufschlag gelang es dem Sauerländer mit mutigem Serve-and-Volley-Spiel die Möglichkeit abzuwehren und kurz darauf mit aller Nervenstärke den Satzausgleich per 8:6 im Tie-Break einzufahren.

Nach abgewehrtem Matchball drangeblieben

Jetzt war das Match wieder offen, wurden die Karten neu gemischt. Doch wie im Durchgang zuvor gelang erst Struff das Break, dass Sousa anschließend direkt egalisierte. Beide boten sich weiterhin ein hochklassiges Duell, das den aktuellen Ranglistenplatzierungen der beiden vollkommen gerecht wurde. Doch beim Stand von 4:4 war es Jan-Lennard Struff, der sich zwei Breakbälle erspielte und seinem Gegenüber mit dem zweiten Versuch den Aufschlag abnahm.

Damit servierte der Warsteiner nach 3:09 Stunden zum Matchgewinn und hatte den vorentscheidenen Punkt für den Verbleib in der Weltgruppe.

Die Spannung war jetzt greifbar: 15:0, 15:15, 30:15, 40:15 – zwei Matchbälle. 40:30 – zweiter Matchball. Wuchtig auf die Rückhand Sousas gespielt. Der Return geht über den nach vorne eilenden Deutschen hinweg, ist aber zu lang. Spiel, Satz und Sieg für Struff nach 3:13 Stunden. Die Emotionen kennen keine Grenzen mehr und das deutsche Team um den neuen Head of Tennis Boris Becker feiert wichtigen Erfolg in der portugiesischen Hauptstadt.

Doch wie im Tennisleben üblich geht es für den Warsteiner Struff nur wenige Stunden nach dem Match weiter. Mit einer insgesamt über alle drei Tage gespielten Matchdauer von 9:09 Stunden in den Knochen macht sich Struff auf den Weg ins russische St. Petersburg, wo er voraussichtlich morgen als an acht gesetzter Spieler auf den starken Kroaten Borna Coric treffen wird.