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Davis Cup in Estoril: Zweites Match am Freitag für Struff – Stebe legt vor

LISSABON – Ruhmreich waren die Zeiten, als Boris Becker für das deutsche Davis-Cup-Team Ende der 1980er Jahre aufschlug. Bei den ersten beiden Titeln für Schwarz-Rot-Gold war der bislang erfolgreichste Herren-Tennisspieler des Landes dabei. Ohne den heute 49-Jährigen folgte 1993 der dritte und letzte Sieg für Deutschland, das 29 Jahre nach dem ersten Davis-Cup-Erfolg am kommenden Wochenende gegen den insgesamt dritten Abstieg aus der Weltgruppe kämpfen muss. Dann auch erstmals wieder mit Boris Becker, der in der Position als Head of Tennis sein Debüt für den DTB geben wird.

Der Warsteiner Jan-Lennard Struff wird bei diesem Debüt eine entscheidende Rolle spielen und die deutsche Mannschaft beim Relegationsmatch in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon als bestplatzierter Akteur (ATP 54) anführen. Komplettiert wird das Spielerquartett von Cedrik-Marcel Stebe (ATP 90), Yannik Hanfmann (ATP 136) und Tim Pütz (ATP 380).

Während der in Mühlacker geborene Stebe bereits 2012 im Relegationsmatch gegen Australien den entscheidenden Punkt zum Klassenverbleib einfuhr und damit erprobt ist, werden Hanfmann und Pütz zum ersten Mal unter deutscher Flagge dabei sein.

Stebe ab 12 Uhr deutscher Zeit gegen Portugals Nummer 1 Joao Sousa

Zuvor hatten die aktuell besten drei Akteure Alexander und Mischa Zverev sowie Philipp Kohlschreiber ihre Teilnahme abgesagt. Alle drei waren zuvor im vergangenen Februar beteiligt, als man Belgien mit 1:4 in Frankfurt unterlag.

Ein ähnliches Ergebnis wollen die Mitteleuropäer im Lissaboner Stadtteil Estoril vermeiden und müssen an den drei Matchtagen am portugiesischen Team um Top-Spieler Joao Sousa vorbei, der aktuell 57. der Weltrangliste ist und dementsprechend im Ranking der zweitbeste Akteur hinter dem drei Plätze besser positionierten Warsteiner ist. Pikant: Struff und Sousa kennen sich aus der Bundesliga-Mannschaft des TC BW Halle, in der beide im vergangenen Monat deutscher Mannschaftsmeister wurden, und spielten außerdem jüngst bei den US Open zusammen im Doppel, als sie mit 6:3, 6:7, 4:6 gegen das australische Duo Reid/Kyrgios ausschieden.

Vervollständigt wird Portugals Aufgebot, das von Kapitän Nuno Marques betreut wird, durch Pedro Sousa (ATP 107), Gastao Elias (ATP 148) und Joao Domingues (ATP 184). Die vier iberischen Akteure traten in diesem Jahr allesamt beim ATP-Turnier in Estoril an, das allerdings seit einigen Jahren nicht mehr auf der Austragungsanlage des „Clube de Ténis do Jamor“ gespielt wird. Der für das Davis-Cup-Duell relevante Court ist im alt-mediterranen Stil existent und mit einem Fassungsvermögen von 2.100 Zuschauern verhältnismäßig klein.

Die deutschen Spieler Struff, Hanfmann und Stebe traten während dessen Anfang Mai beim parallelen Sandplatz-ATP-Turnier in München an, bei dem die beiden erstgenannten jeweils das Viertelfinale erreichen konnten.

„Wir fühlen uns alle bestens und ich habe ein tolles Gefühl mit der Mannschaft. Wir haben ein gutes Team, wollen es den Portugiesen möglichst schwer machen und zusehen, dass wir die nötigen drei Punkte holen“, erklärte Struff am Mittwoch im Interview mit den Tennis-Kollegen von Chip&Charge.

Ob seiner Rolle als mehrfacher Davis-Cup-Akteur fügte er hinzu: „Es ist für mich das fünfte Mal, dass ich beim Davis Cup dabei bin und ich habe das Gefühl, dass die Erfahrung hilft. Vor allem das Match im letzten Jahr war eine wichtige Erfahrung für mich, als wir gegen Polen ebenfalls in der Relegation waren. Wichtig auch, dass das Match am Ende positiv ausgegangen ist und ich zwei Punkte dazu beisteuern konnte. Das war eines der Highlights in meiner bisherigen Tenniskarriere.“

Die beiden Nationen werden an diesem Wochenende erst zum zweiten Mal nach 1927 im Davis Cup aufeinandertreffen. Damals konnten die Mitteleuropäer das Aufgebot von der Atlantikküste mit 5:0 bezwingen. Ein Ergebnis, das auch dem deutschen Team-Kapitän Michael Kohlmann schmecken würde: „Wir werden drei Tage lang fitte Spieler auf den Platz bringen und in jeder Partie eine Chance haben. Ob Jan-Lennard drei Tage am Stück Best-of-Five spielen kann, müssen wir auch erstmal sehen. Ich glaube, dass wir aber sehr gut aufgestellt sind und keiner irgendwie abfällt.“

Zur Zusammensetzung des Teams führte Kohlmann aus: „Anfang des Jahres hätte bestimmt keiner getippt, dass die vier in dieser Konstellation im Davis Cup spielen. Das Verständnis in der Bundesliga von Tim Pütz und Jan-Lennard im Doppel hat auch einen Ausschlag für die Nominierung gegeben.“ Damit spielt der deutsche Teamchef auf die sieben gewonnenen Doppel der beiden in der abgelaufenen Bundesliga-Saison an und hat den jüngst gewonnenen Doppel-Titel von Pütz und Struff beim Challenger in Genua im Hinterkopf.

Den Start am Freitag wird Cedrik-Marcel Stebe machen, der gegen Portugals Nummer 1 Joao Sousa ab 11 Uhr Ortszeit aufschlägt, während Struff im Anschluss gegen Pedro Sousa ran muss. Die Freitagsmatches werden bei den Produkten der Perform Group, die Rechteinhaber sind, übertragen. Dementsprechend kann auf SPOX, Tennisnet und DAZN das Duell am Freitag verfolgt werden. DAZN berichtet dann Samstag und Sonntag exklusiv mit Live-Bildern.