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6:3, 6:7, 7:6 – STRUFF NACH MARATHON-MATCH IM VIERTELFINALE!

WINSTON-SALEM – Achterbahnfahrten sind in den meisten Fällen aufregend, strapazieren Nerven, dauern für gewöhnlich nur einige Minuten oder teilweise wenige Sekunden und lösen am Ende ein großes Glücksgefühl aus. Der Ritt, den Jan-Lennard Struff in der Nacht zu Donnerstag im Achtelfinale des ATP-Turniers im nordamerikanischen Winston-Salem beging, war mit einer solchen Achterbahnfahrt mit zahlreichen Aufs und Abs sowie überraschenden Wendungen zu vergleichen. Der Unterschied allerdings: Struff befand sich im Duell mit dem italienischen Südtiroler Andreas Seppi auf einer deutlich längeren Rundfahrt, verfügte nach 2:32:30 Stunden oder exakt 9150 Sekunden jedoch über ein ähnliches Glücksgefühl – und war darüber hinaus 45 Weltrangliste reicher.

Der Weg zum Ziel war allerdings ein holpriger: Mit einem kassierten Break gestartet, begann der Warsteiner die Begegnung um 16.50 Uhr Ortszeit. In der Nachmittagssonne auf Court 3 lieferte er sich in der Folge ein hartumkämpftes Match, in dem er dank zweier erzielter Breaks den 1:3-Rückstand in die Satzführung mit 6:3 drehte.

Intensiver Schlagabtausch über zweieinhalb Stunden

2:32 auf Court 3 in Winston-Salem: Struff besiegt Andreas Seppi beim Turnier in North Carolina.

Bereits im Vorjahr hatten sich beide bei gleichem Turnier erstmals duelliert, damals mit dem besseren Ende für den Westfalen (6:2, 6:3), der sich mit reichlich Rückenwind auch im zweiten Durchgang gut aufgelegt präsentierte. Dabei nutzte er seine eine Breakmöglichkeit zum 4:3 und servierte nach 66 Minuten mit 5:4 in Führung liegend zum Matchgewinn. Doch der routinierte Italiener, der vor viereinhalb Jahren sein Karrierehoch mit Platz 18 erreichte, fightete sich noch einmal zurück, erspielte sich zwei Breakchancen, von denen er die zweite zum 5:5 nutzte. Struff wehrte nach 78 Minuten dann noch zwei Satzbälle ab, bevor es vier Minuten später in den Tie-Break ging.

Hier war der Südeuropäer in den entscheidenden Momenten der bessere und vor allem fehlerfreiere Akteur, der nach 88 Minuten mit 7:3 in der Verlängerung den Satzausgleich erzielte. Nach Struffs Erfolgen gegen Gombos (7:6, 7:6) und Cuevas (7:6, 7:5) war es der erste unterlegene Tie-Break im Turnier.

Damit musste der dritte Satz für die Entscheidung sorgen, die dann für Seppi lange Zeit greifbarer war. Mit dem frühen Break zum 1:2 spielte sich der 33-Jährige in die komfortablere Situation und war im dritten Durchgang auch über weite Strecken der konstantere Spieler.

Struff widersetzte sich aber den Umständen und während auf dem nahen Center Court vor der beginnenden Abendsession die amerikanische Nationalhymne lautstark eingespielt wurde, kam er zu zwei Re-Breakchancen, von denen er die zweite zum 4:4 verwertete.

Jetzt überschlugen sich auf dem kleinen Court die Ereignisse: Per Doppelfehler des Deutschen hatte Seppi die Chance zum 5:4. Diese wehrte der Sauerländer nach einem hektischen Schlagabtausch beider Akteure am Netz noch ab, doch mit seinem zehnten Doppelfehler ergab sich eine weitere Breakmöglichkeit, die durch einen Vorhandfehler des Weltranglisten-56. das 4:5 zur Folge hatte.

Jetzt servierte Seppi zum Matchgewinn, war er mit 30:0 in Führung liegend auch auf einem guten Weg, doch mit vier Punkten in Serie, darunter ein bemerkenswerter Return des Sauerländers zum Abschluss, holte sich der Deutsche das 5:5.

Jetzt im Viertelfinale gegen Isner-Bezwinger Coric

Kurz darauf, nach 146 Minuten, ging es in den erneuten Tie-Break, den der Weltranglisten-86. mit einem cross gespielten Return-Winner furios begann. Doch Struff behielt die Nerven, antwortete mit insgesamt vier Mini-Breaks und servierte währenddessen seine Aufschläge durch. Mit 6:1 in Führung liegend hatte der Warsteiner dann fünf Matchbälle, von denen er nach kräftezehrenden 152 Minuten den dritten nutzte und ins Viertelfinale einzog.

Hier trifft Struff als nächstes auf die 20-jährige kroatische Nachwuchshoffnung Borna Coric. Der 20-jährige, der vor zwei Jahren bereits die Nummer 33 der Welt war, schlug in seinem Achtelfinale fulminant den US-amerikanischen Lokalmatadoren John Isner mit 7:5, 6:2 in nur 77 Minuten.