Official Website of Jan-Lennard Struff

Back to Homepage
6:3, 7:6 – Struff gewinnt Kitzbüheler Hitzeschlacht gegen Tommy Haas

KITZBÜHEL – Während die Stadtgemeinde Kitzbühel Vielen ein Inbegriff des Wintersports ist, zeigte die 8341 Einwohner zählende Ortschaft am Dienstag (01.08.), dass dort auch ein extremer Hochsommer herrschen kann.

Als der zweite Hauptfeld-Tag auf dem Center Court der Generali Open bei 33 Grad startete, flüchteten die meisten Zuschauer auf die rar gesähten Schattenplätze des größten Courts der Anlage. Das Turnier, bei dem Jan-Lennard Struff nach seinem erreichten Viertelfinale im Vorjahr zum insgesamt vierten Mal antrat, sollte der letzte Auftritt seines Gegners Tommy Haas sein. Nach Struffs Doppelerfolg am Montag startete der Warsteiner ab 15.14 Uhr in seinem Erstrunden-Match gegen den 39-jährigen Altmeister, der sich momentan in seinem letzten Jahr auf der ATP World Tour befindet.

Wieder enges Match gegen Haas

In der Kitzbüheler Hitze: Jan-Lennard Struff.

Es war das zweite Aufeinandertreffen der beiden Akteure, die jeweils im April geboren wurden, die aber ganze zwölf Jahre trennen. „Tommy ist eine Legende! Ich habe früher viele seiner Matches gesehen“, hatte Struff schon nach dem bisher einzigen Duell Anfang Mai über die ehemalige Nummer zwei der Weltrangliste gesagt. Damals bei den BMW Open in München behielt der Warsteiner mit 6:4, 7:5 knapp die Oberhand. Und auch jüngst sollte es wieder eine enge Begegnung werden.

Der Warsteiner, der im Doppel am Montagabend noch mit Problemen am rechten Oberarm zu kämpfen hatte, zeigte sich im Duell mit Haas davon unbeeindruckt.

Auch wenn er in seinen ersten beiden Aufschlagspielen insgesamt drei Breakchancen abwehren musste, präsentierte sich der 27-Jährige selbstbewusst, antwortete in prekären Situationen mehrfach mit zielsicheren Aufschlägen um die 220 km/h.

Mit der 2:1-Führung im Rücken sicherte sich „Struffi“ einen Breakball und nahm Haas den Aufschlag mit einem stark erlaufenen Volley auf Netzhöhe ab. Im Anschluss hielt der Sauerländer seinen Service und kam so nach 32 Minuten zu drei Satzbällen, von denen der zweite zum 6:3 verwandelt wurde.

Haas kämpft sich in Tie-Break

Laufintensives Duell: Auch für Tommy Haas.

Trotz insgesamt zwölf erzielter Asse hatte Struff wie auch schon zuletzt in Hamburg das Problem, keine gute Quote bei den ersten Aufschlägen zu erzielen. Der Warsteiner brachte im ersten Satz 44% der ersten Services durch, während Haas bei einer Quote von 59% lag. Das zeigte aber auch, dass Kleinigkeiten den entscheidenden Ausschlag geben können, wie Tommy Haas im Anschluss analysierte: „Ich hätte im ersten Satz eine meiner Breakchancen nutzen müssen, dann läuft das Match vielleicht ganz anders.“

Anders lief es tatsächlich auch im zweiten Satz. Hier brachte Struff alle seine Services durch, während Haas insgesamt sechsfach erfolgreich bei der Abwehr von Breakmöglichkeiten war. Fünf davon hatte der Warsteiner alleine beim Spielstand von 5:5, als der gebürtige Hamburger konzentriert zur Stelle war, von Fehlern seines Gegners profitierte und die vermeintliche Vorentscheidung abwehrte.

So ging es nach 85 Minuten in den Tie-Break, der für den Sauerländer in diesem Jahr mit einigen negativen Erlebnissen behaftet war. 1:11 hieß seine Bilanz bis Dienstagnachmittag. Doch bei brütender und vor allem stehender Hitze auf dem Center Court gelang dem 27-Jährigen in seinem Duell früh das Mini-Break zum 3:1. Daraufhin konterte Haas zwar noch mal einmal eindrucksvoll zum 4:3, doch der Westfale fand mit dem 5:3 die perfekte Antwort. Kurz darauf resultierten durch diesen Vorteil dann zwei Matchbälle von denen Struff den ersten zum 6:3, 7:6-Erfolg verwertete.

Mittwoch gegen Bellucci

Auf Haas folgt Bellucci: Struffi trifft  in der zweiten Runde erstmals auf den Brasilianer.

Anschließend sagte der strahlende Sieger: „Es war wieder schwierig für mich, gegen ein Vorbild anzutreten. Zwischenzeitlich habe ich im zweiten Satz auch nicht gut gespielt, aber ich bin happy, dass ich nach den ausgelassenen Breakchancen noch gewinnen konnte.“

Routinier Tommy Haas meinte: „Struffi hat mir mit seinen schnellen Aufschlägen keine Chance gelassen. Ich merke so langsam aber auch, dass es bei mir aufgrund des Alters vielleicht nicht mehr reicht.“

Für Struff, die aktuelle Nummer 53 der Welt, war es bei den Generali Open nach 2016 der zweite Einzug in die zweite Runde, zu der der Warsteiner bereits einen Tag später (02.08.) wieder antreten muss. Gegner wird der 29-jährige Brasilianer Thomaz Bellucci, der in seiner ersten Runde den Ukrainer Alexandr Dolgopolov bezwang.

Never Quit! #legend

A post shared by Struffi (@jlstruffi) on