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6:7(5), 2:6, 6:7(4) – Wimbledon-Aus gegen Aufschlagriesen Raonic

LONDON – Er hat den Vorjahres-Finalisten der Wimbledon Championships zum Wanken gebracht, doch am Ende musste Jan-Lennard Struff zum dritten Mal in diesem Jahr nach der ersten Runde bei einem Grand-Slam-Turnier die Segel streichen. Dabei nach Dominic Thiem (#8/Australian Open) und Tomas Berdych (#13/French Open) zum dritten Mal gegen einen gesetzten Top-Spieler, der am Dienstagnachmittag kein geringerer als der Kanadier Milos Raonic war. Im ersten Duell mit der aktuellen Nummer 7 der Welt, die beim renommierten Rasenklassiker im Südwesten Londons an 6 gesetzten ist, konnte der Warsteiner zwei Mal den Tie-Break erreichen, bevor er seinem Gegenüber zum Weiterkommen gratulieren musste.

„Es ist nicht schlecht, was Jan-Lennard Struff hier spielt, aber er trifft einfach auf einen der besten Rasen-Spieler der Welt“: Sky-Kommentator Marcel Meinert bilanzierte gegen Ende des dritten Satzes das Duell auf dem No. 1 Court auf der Anlage des All England Lawn Tennis and Croquet Clubs und traf mit seiner Analyse den berühmten Nagel auf den Kopf. Der Warsteiner hatte vor allem im ersten und im dritten Satz bewiesen, gegen Top-Ten-Spieler wie Raonic mithalten zu können, doch jener Kanadier gehörte im Vorfeld der Auslosung zu einer der unangenehmsten potenziellen Gegner.

Zu wenig erste Aufschläge bei Struff

Schwer zu erreichende Services: Struff unterliegt in Wimbledon Milos Raonic.

Wieso? Die Antwort stellte der Kanadier während des Matchverlaufs deutlich unter Beweis. Mit 226 km/h gelang dem Nordamerikaner der schnellste Aufschlag, lag sein Durchschnitt bei den ersten Services bei 204 km/h. Der Sauerländer war bei seinen ersten Aufschlägen nur knapp langsamer, doch bei den zweiten zeigte sich der deutliche Unterschied. Struff hatte Probleme, seine ersten Aufschläge ins Feld zu bringen und musste oft über den bedeutend langsameren zweiten gehen, der im Durchschnitt bei 159 km/h lag und damit 22 km/h langsamer war als der seines Gegners.

Das hatte zur Folge, dass der Warsteiner von Beginn an mehrfach in der Bredouille war und dass Raonic sein gutes Returnspiel perfekt einbringen konnte. Während der Kanadier das Match mit zwei Assen begann, musste der Europäer gleich zwei Breakbälle abwehren. Im Laufe des ersten Durchgangs konnte der Deutsche insgesamt sogar fünf Breakmöglichkeiten abwehren, wobei er selbst eine eigene ausließ.

So gipfelte der spannende Schlagabtausch im ersten Satz im Tie-Break, in dem Raonic das Minibreak zum 2:4 gelang, bevor Struff zum 4:5 konterte. Doch der jahrelange Top-Ten-Spieler antwortete gegen den 53. Der Weltrangliste prompt zum 4:6 und nutzte nach 52 Minuten den zweiten Satzball zum 5:7 und damit zur Führung.

Für Jan-Lennard Struff in der Folge ein sichtlicher Nackenschlag, musste er im zweiten Durchgang umgehend zwei Breaks einstecken. So endete der zweite Satz nach 79 Minuten mit 2:6 und für Jan-Lennard Struff stand eine Mammutaufgabe bevor. Zwar konnte er bei den US Open im August 2014 gegen Mikhail Kukushkin schon mal einen 0:2-Sazrückstand drehen, aber sein Gegner Milos Raonic war eine ganz andere Hausnummer.

Volles Stadion sieht zwei knappe Sätze

Vor den fast ausverkauften Rängen den 11429 Zuschauer fassenden Courts bewies der Kanadier, der zwar acht Monate jünger, aber wie Struff ebenfalls dem Jahrgang 1990 entstammt, warum er im Vorjahr noch im Endspiel gestanden hatte und schaffte den vermeintlichen Meilenstein zum Weiterkommen mit dem direkt abgenommenen Service zum 0:1. Diesem lief der Warsteiner lange hinterher, bis sein Gegenüber nach 116 Minuten zum Satzgewinn aufschlug. Raonic schien gedanklich schon auf dem Weg zur Pressekonferenz zu sein, als ihm der Deutsche nach genau zwei Stunden Spielzeit erstmals einen Aufschlag (zum 5:5) abnehmen konnte. Dadurch folgte kurz darauf die nächste „Verlängerung“. Struffs diesjährige Tie-Break-Bilanz bei Hauptfeld-Matches auf der ATP-Tour stand bis vor dem Match bei 1:9 und wurde von seinem Gegenüber weiter negativ ausgebaut.

Denn auch im dritten Durchgang gelang beiden Akteuren in der „Verlängerung“ jeweils ein Mini-Break, bevor sich der Favorit mit einem Passierball zu zwei Matchbällen schlug. Dabei nutzte er nach 135 Minuten gleich den ersten davon zum 7:4 aus, wodurch Struff letzten Endes mit 6:7, 2:6, 6:7 unterlag.

„Ich habe nicht das beste aus meinen Chancen gemacht, aber es war wichtig für mich, dass ich mich bei diesem Spielverlauf ohne Satzverlust durchsetzen konnte“, bilanzierte Milos Raonic, dem insgesamt 20 Asse gelangen (Struff erreichte 9 Asse).

Mit “Bege” im Doppel gegen French-Open-Sieger

Zumindest im Doppel kann „Struffi“ jetzt aber noch mal antreten, wenn auch sein diesjähriges Los-Pech ihm und Partner Andre Begemann die jüngsten French-Open-Champions Ryan Harrison (USA) und Michael Venus (Neuseeland) bescherte, die an Position 10 gesetzt sind. Die Begegnung wird am Mittwoch oder Donnerstag ausgetragen.