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6:4, 3:6, 4:6 – Knappes Struff-Aus bei Gerry Weber Open

HALLE – Dass das Spitzen-Tennis brutal sein kann, musste auch Jan-Lennard am Dienstagabend bei seinem Erstrunden-Duell der diesjährigen Gerry Weber Open in Halle spüren: Nur 140 Stunden und drei Minuten lagen zwischen dem haarscharfen Zweitrunden-Aus beim Mercedes Cup in Stuttgart und dem Start seines Duells in Ostwestfalen. Das Pikante daran: Sowohl vergangenen Mittwoch als auch am Abend hieß der Gegner Lucas Pouille.

Der 23-jährige Franzose machte in der letzten Woche auf sich aufmerksam, als er zuerst vier Matchbälle gegen Struff vergab, dann einen Matchball gegen sich nach einem unvergleichlichen Ballwechsel abwehrte und schließlich am Sonntag das Turnier in der baden-württembergischen Hauptstadt gewinnen konnte. Pouille verbesserte sich in der Weltrangliste um einen Platz auf Rang 15, baute seine Bilanz gegen den Warsteiner auf 2:1 aus und tritt in Halle als an Position 6 gesetzter Akteur an.

Guter Struff-Start auf Court 1

Mit Start der Begegnung am Dienstag-Nachmittag schien „Struffi“ das  jüngste 6:4, 6:7, 6:7 gegen seinen Kontrahenten jedoch vergessen zu haben. Der Warsteiner, der momentan 49. Der Weltrangliste ist, fand exzellent in die Begegnung und sicherte sich prompt den Aufschlag seines Gegners zum 2:0. Das direkte Re-Break konnte der Sauerländer anschließend abwehren, bevor er mit einem weiteren eigenen Break auf 5:1 erhöhte. Es folgten nach nur 21 Minuten zwei Satzbälle, von denen der Deutsche den zweiten zur Führung verwandelte.

Trafen binnen sechs Tagen zwei Mal aufeinander: Struffi und Lucas Pouille. Fotos: Hölter

Gesehen hatten das Match auf Court 1 der Anlage bis dato nur eine überschaubare Anzahl an Zuschauern. Wortwörtlich im Schatten des großen Center Courts war es wieder mal Roger Federer, der in seinem parallelen Match gegen den Japaner Yuichi Sugita der größere Publikumsmagnet war. In der Vorwoche hatte der 18-fache Grand-Slam-Champion aus der Schweiz unmittelbar vor Struff und Pouille gespielt und eine ähnlich geringe Zuschauer-Zahl nach Matchende verursacht. Doch die knapp 200 Interessierten sahen auch im zweiten Durchgang einen guten Start des Warsteiners, der seit Jahren auch zum Bundesliga-Team des nur wenige Meter von der Anlage entfernten TC BW Halle angehört.

Anders als in der Bundesliga wird bei den Gerry Weber Open auf Rasenplätzen gespielt. Hier brachte Struff auch zu Beginn des zweiten Satzes seine Aufschläge erneut sicher durch und konnte beim Stand von 2:2 zwei Breakchancen erspielen. Er nutzte die Zweite und erpielte sich ein Polster, dass allerdings nur einen kurzen Moment Bestand haben sollte. Denn Pouille zeigte sich fortan besser ins Match kommend und sicherte sich das umgehende Re-Break. Kurz darauf nahm der im nordfranzösischen Grande-Synthe geborene Youngster seinem Gegenüber sogar einen weiteren Aufschlag ab, woraus nach 49 Minuten der Satzausgleich resultierte.

Probleme hatte Struff zunehmend mit den ersten Aufschlägen. Im dritten Durchgang spielte er nur 48 Prozent erste Services ins Feld, während Pouille hier 86 Prozent erreichte. Die Folge war das schnell kassierte Break zum 1:2, auf das der Deutsche kaum Möglichkeiten zur Antwort fand. Der Franzose stellte seine Klasse mehrfach unter Beweis und musste anschließend keine Breakmöglichkeit abwehren. Somit musste der Warsteiner nach 79 Minuten trotz mit 76:72 knapp mehr gewonnenen Punkten die 6:1, 3:6, 4:6-Niederlage hinnehmen.

Am Mittwoch im Doppel mit Dustin Brown

Dadurch schied der Deutsche ohne Punkte, aber mit einem Preisgeld von 13.595 Euro aus dem Einzel-Wettbewerb aus. Hoffnung bleibt aber noch in der Doppel-Konkurrenz, in der er zusammen mit Landsmann Dustin Brown am heutigen Mittwoch im dritten Doppel nach 12 Uhr auf Jean-Julien Rojer (Niederlande) und Horia Tecau (Rumänien) treffen wird.