Official Website of Jan-Lennard Struff

Back to Homepage
4:6, 6:7 – Struff bei Gerry Weber Open mit achtbarer Leistung gegen Routinier Roger Federer

HALLE – Es war das bisher wohl größte Match seiner Karriere: Der Warsteiner Tennisprofi Jan-Lennard Struff traf am Mittwochnachmittag (15.06.) bei den Gerry Weber Open in Halle auf einen der besten, wenn nicht sogar den besten Spieler aller Zeiten – Roger Federer. 17 Grand Slam-Titel (Rekord), 88 Einzel-Erfolge, sieben Wimbledon-Siege, vier Mal Weltsportler des Jahres, 302 Wochen die Nummer 1 der Welt, achtfacher Gerry Weber Open-Chamipon und etliche weitere Erfolge stehen in der Vita des 34-jährigen Schweizers, der den Sport in den vergangenen 15 Jahren prägte, wie kaum ein anderer.

Für Struff war das Aufeinandertreffen auf dem Center Court zudem ein besonderes, weil Federer als aktuelle Nummer 3 der Weltrangliste der bestplatzierte Gegner war, auf den der 26-jährige Deutsche in seiner bisherigen Karriere getroffen ist. Und der Warsteiner zeigte sich im ersten Durchgang ganz unbeeindruckt von seinem Gegenüber und erwischte einen guten Start. „Struffi“, der als Akteur der Bundesligamannschaft des TC BW Halle quasi Heimspiel hatte, brachte seine Aufschläge sicher durch, musste sich aber den satten Services seines Gegenübers durchgehend geschlagen geben.

Beim Stand von 3:3 nutzte der Routinier dann seine Chance, als er seinen zweiten Breakball verwerten konnte und den entscheidenden Vorteil im ersten Satz erspielte, der nach 29 Minuten das 4:6 für Federer zur Folge hatte.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs folgte dann ein Schockmoment: Das Match musste für einige Minuten unterbrochen werden, nachdem ein Zuschauer im Publikum von mehreren Sanitätern und Ärtzen behandelt und aus dem Stadion getragen werden musste.

Nach starkem Applaus der Zuschauer als Unterstützung für den behandelten Zuschauer ging es auf dem Rasen weiter, wo beide sich ein ebenbürtiges Match lieferten und jeweils ihre Services erfolgreich durchbrachten.

Federer, der bei Rasenmatches eine unglaubliche Bilanz von 144 Siegen zu 21 Niederlagen aufweist (Struff liegt hier bei 3:9), war bei seinen Aufschlagspielen so souverän, dass Struff nicht mal ansatzweise zu einer Breakchance kam. Dafür erfüllte der Deutsche seine Pflicht bis zum 4:4, als er nach 40:0-Führung zwei Breakbälle abwehren musste – und das auch bravourös tat, bevor er mit 5:4 in Führung ging. Beide Akteure schenkten sich auch in der Folge nichts und so musste nach 68 Minuten der Tie-Break über den Ausgang des zweiten Satzes entscheiden. Dieser ging für den Deutschen allerdings denkbar schlecht los. Mit seinem ersten Doppelfehler des Durchgang erzeugte „Struffi“ nicht nur ein lautes Raunen der hervorragend unterstützenden Zuschauer, sondern auch einen Rückstand, dem er nur noch hinterherlaufen konnte. Mit seiner ganzen Routine kam Federer nach 73 Minuten zu vier Matchbällen, von denen er den zweiten zum Einzug in die nächste Runde nutzen konnte.

Das Publikum verabschiedete den Warsteiner, der für den Erstrunden-Auftritt knapp 12.000 Euro kassiert, unter großem Applaus und feierte den „Maestro“ nach seinem ersten Schritt zur Titelverteidigung.

 

Foto: © GERRY WEBER OPEN (HalleWestfalen)