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Struffi im Jahresinterview: “In letzten zwölf Monaten viele schöne Momente erlebt”
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Blickt zufrieden auf das vergangene Jahr 2014 zurück: der Warsteiner Tennis-Profi Jan-Lennard Struff.

WARSTEIN – An das Jahr 2014 wird sich der Warsteiner Tennis-Profi Jan-Lennard Struff wahrscheinlich gerne zurückerinnern. Der 24-Jährige konnte seine ersten großen Erfolge feiern und erstmals in seiner Karriere ein Ranking in den Top 50 erreichen. Vor den Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel stand Struffi am Sonntagabend (21.12.) für ein Interview Rede und Antwort und blickte dabei auf die erfolgreichen letzten zwölf Monate zurück.

Hallo Struffi, wie geht es dir aktuell und wo befindest du dich grade?
Struff: Mir geht’s gut. Ich hatte vorhin Training in Kamen und habe mir grade Nudeln und Salat gegessen.

Die Vorweihnachtszeit ist in vollem Gange. Bist du auch schon weihnachtlich gestimmt und hast deine Geschenke beisammen?
Struff: Zwei, drei, vier kleinere Sachen brauche ich noch, aber den Rest habe ich schon besorgt.

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Erfolgserlebnis: Struffi erreichte bei den diesjährigen US Open in New York erstmals die zweite Runde.

Die bevorstehenden Festtage sind nahezu gleichbedeutend mit dem Ende des Jahres 2014 – und das lief für dich hervorragend.
Struff: Ich hatte wirklich gute Erfolge zwischendurch dabei und bin froh, wie das Jahr gelaufen ist. Auch mein Trainerteam ist mit meiner Entwicklung zufrieden.

Mit dem Erreichen der ATP-Halbfinals in Marseille, München und Metz hast du deine ersten großen Erfolge auf der Tour feiern können.
Struff: Es war schön in Marseille erstmals im Halbfinale eines ATP-Turniers zu stehen. 2013 habe ich erstmals auf der ATP-Tour ein Match bestritten und gesehen, wie schwer es ist, dort zu gewinnen. Deswegen freue ich mich natürlich auch über die anderen guten Resultate bei den ATP-Turnieren.

… und in Heilbronn reichte es dann zum ersten Sieg bei einem Challenger-Turnier.
Struff: Das tat ganz gut, dass endlich der erste Sieg auf der Challenger Tour herausgesprungen ist. Es war auch schön, den ersten Challenger-Turniersieg vor einem deutschen Publikum zu holen.

Außerdem konntest du bei den French Open sowie den US Open erstmals in die zweite Runde einziehen.
Struff: Das war etwas ganz besonderes. Vor allem bei meinem Lieblings-Grand Slam in Paris in der zweite Runde auf dem Court Suzanne Lenglen zu spielen, war ein tolles Erlebnis.

Was war denn von den vielen Höhepunkten dein persönliches Highlight der abgelaufenen Saison?
Struff: Die Bundesliga-Meisterschaft war ein großes Highlight! Das hat unendlich viel Spaß gemacht, mit der Mannschaft die Saison zu bestreiten. Es war natürlich auch besonders, das erste Mal zum Davis Cup-Team eingeladen zu werden. Ich muss sagen, es waren einfach sehr viele schöne Momente, die ich in den letzten zwölf Monaten erlebt habe.

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Beim Challenger in Stettin: Struff und Dustin Brown gewannen das Doppel-Finale zusammen, im Einzel.Endspiel unterlag Jan-Lennard seinem guten Freund in zwei Sätzen.

Anfang September standest du in einem weiteren Challenger-Finale, damals gegen Dustin Brown, einen deiner guten Freunde. Nachdem ihr bei dem Turnier in Stettin den Doppeltitel (deinen ersten) geholt hattet, warst du ihm im Einzel knapp unterlegen. Was war das für ein Gefühl und wie war es, diese Freundschaft in einem Endspiel auszublenden?
Struff: Natürlich haben wir uns vor dem Spiel zusammen eingespielt, und wir sind auch nachher zusammen im Auto nach Hause gefahren. Aber auf dem Platz ist es dann immer etwas anderes, wenn man befreundet ist. Ich hatte im Finale Probleme mit seinem Spiel und bin gar nicht richtig reingekommen. Deswegen hat Dustin verdient gewonnen.

Hat man auf der ATP-Tour denn auch Freunde, mit denen man öfter in Kontakt ist, weil man sich häufiger begegnet?
Struff: Man versteht sich ganz gut mit den Spielern. Aber außerhalb der Bundesliga-Teamkollegen habe ich nicht so viel Kontakt zu den anderen Spielern.

Du hatttest es ja bereits angesprochen. Ein weiteres, wichtiges Ereignis war der Gewinn der ersten Meisterschaft in der Tennis-Point Bundesliga. Dabei konntest du als erster Spieler alle deine Einzel-Duelle gewinnen!
Struff: Es hat mich sehr gefreut, dass ich dem Team beim Gewinn der Meisterschaft helfen konnte. Manchmal habe ich zwar nicht gut gespielt, aber ich habe es dann doch irgendwie geschafft, alle Spiele zu gewinnen. Ich bin stolz, dass mir das gelungen ist.

Wenn du auf die letzten zwölf Monate zurückschaust: Gibt es auch Dinge, die dich unzufrieden gestimmt haben?
Struff: Man muss ganz einfach sagen, dass es Matches gibt, wo man sich ärgert, weil man nicht gut spielt. In den Monaten Juni, Juli habe ich sehr viel gespielt, da war die Belastung sehr hoch und die Ergebnisse nicht so, wie ich sie gerne erzielt hätte. Ich möchte gerne mehr an Konstanz gewinnen und in allen Bereichen eine Steigerung erreichen. Man kann sich immer und überall noch verbessern.

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Struffi zusammen mit Fitnesstrainer Uwe Liedtke, der ihn auf die kommende Saison vorbereitet.

Ende 2011 warst du 239. der Weltrangliste, 2012 dann 168., nach dem letzten Jahr 107. und jetzt beschließt du das Jahr auf Position 59. Wie erlebst du die Steigerungen, die kontinuierlich vonstattengehen?
Struff: Ich freue mich natürlich darüber, dass es stetig nach oben geht. Ich hoffe, im kommenden Jahr noch mehr Konstanz in meine Leistung rein zu bekommen. Es ist ja eine Sache zu gewinnen, aber es noch eine ganz andere Sache, die Position und die Ergebnisse zu halten oder zu bestätigen. Es ist schwierig, sich oben zu etablieren.

Und außerdem warst du Ende Oktober als 46. im Ranking unter den Top 50!
Struff: Es war cool, dass ich es geschafft habe, unter die Top 50 zu kommen. Aber eine Sache ist klar: Die Luft wird immer dünner, so höher es geht. Aber ich hoffe, ich schaffe es noch weiter nach oben.

Jetzt fragen sich natürlich viele Tennis-Interessierte: Was kommt im nächsten Jahr?
Struff: Das Trainerteam und ich haben uns Ziele gesetzt. Wir möchten weiter nach vorne sowohl sportlich, als auch von der Leistungsentwicklung her.

Du bist seit knapp fünf Wochen wieder im Training. Wie ist dein momentaner Stand?
Struff: Ja, genau. Mitte November bin ich wieder in die Vorbereitung gestartet. Derzeit habe ich Training. In erster Linie stehen Fitness und Tennis spielen auf dem Programm. Ich muss sagen: Es läuft momentan sehr gut.

Wie sehen deine nächsten Wochen aus?
Struff: Jetzt kommt in den nächsten Tagen erstmal eine kleine Weihnachtspause, danach wird dann wieder mehr Tennis gespielt.

Mit welchem Turnier startest du in die kommende Spielzeit?
Struff: Als erstes werde ich wieder am ATP-Turnier in Doha teilnehmen. Da werde ich dieses mal im Hauptfeld starten. Im letzten Jahr bin ich dort leider nicht über die Quali hinaus gekommen. Das Wichtige ist: Das Turnier ist eine gute Vorbereitung auf die bevorstehenden Turniere in Ozeanien. Denn Katar liegt auf der Strecke nach Auckland (Neuseeland), wo ich mein zweites ATP-Turnier 2015 spielen werde, und Melbourne, wo anschließend die Australian Open stattfinden werden. Außerdem hat der Aufenthalt in Doha den Vorteil, dass man sich gut für den Hochsommer auf der Südhalbkugel akklimatisieren kann. Es ist in Katar nicht so extrem heiß, weil dort jetzt auch „Winter“ ist. Das heißt tagsüber sind dort um die 28 Grad Celsius.

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Meister der Tennis-Point Bundesliga 2014: der TC BW Halle mit Jan-Lennard Struff, der alle Einzel-Matches gewann.

Du hast es schon angesprochen: Mit den Australian Open kommt in wenigen Wochen bereits das erste Grand Slam-Turnier des Jahres. Nachdem du im vergangenen Jahr noch durch Ausfälle von vor dir platzierten Spielern ins Hauptfeld gerutscht warst, kannst du jetzt schon frühzeitig mit der Teilnahme an dem ersten Highlight des Jahres planen. Ist diese Planungssicherheit erleichternder für dich?
Struff: Das ist deutlich besser, so planen zu können. Dadurch, dass ich im Hauptfeld bin, kann ich etwas später anreisen und mich gezielter und viel besser vorbereiten. Es ist immer ein blödes Gefühl gewesen, wenn man nicht weiß, ob man es in das Turnier schafft oder erst eine Quali spielen muss, in der man auch mal auf einen sehr starken Gegner treffen kann. Aber jetzt kann ich mit Auckland noch ein zweites Vorbereitungsturnier sicher und im Hauptfeld spielen. Das ist eine gute Generalprobe für die Australian Open.

Welche Wünsche hast für das kommende Spieljahr?
Struff: Das Wichtigste ist, dass ich auf jeden Fall verletzungsfrei bleiben möchte. Außerdem würde ich gerne mein Spiel verbessern und wenn möglich auch im Ranking steigen.

Wie schaffst du es eigentlich, dauerhaft die Ruhe zu bewahren, auch wenn es in einigen Situationen den Anlass gäbe, sich zu ärgern?
Struff: Das ist meine Mentalität und das habe ich so drin. Manchmal würde ich auch noch gerne etwas emotionaler sein. Aber auch wenn ich etwas ruhiger bleibe, sind solche Momente, in denen ich ein gutes Resultat erreiche oder einen starken Gegner besiegen kann, etwas besonderes.

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Der Jubel kennt keine Grenzen: Nach 0:2-Satzrückstand gewann Struff bei den US Open das Erstrunden-Match gegen Mikhail Kukushkin.

Auf welches Match in 2014 schaust du am liebsten zurück?
Struff: Das ist auch jeden Fall die Erstrunden-Partie bei den US Open gegen Mikhail Kukushkin. Am Anfang habe ich selbst gemerkt, dass ich schlecht gespielt habe und der Gegner meine Fehler konsequent ausgenutzt hat. Dann konnte ich mich aber deutlich steigern und habe in mein Spiel gefunden und konnte zum ersten Mal einen 0:2-Satzrückstand umdrehen. Es war super, dass es noch geklappt hat und das hat mich riesig gefreut.

Mit dabei waren die glücklichen Gewinner der Auslosung von der Warsteiner Brauerei und dem Warsteiner Anzeiger, Volker und Yvonne Göpfert, die dich in New York tatkräftig unterstützt haben.
Struff: Das war eine gelungene Aktion, die Spaß gemacht hat. Ich stehe noch in Kontakt mit den beiden, die mir heute übrigens noch geschrieben haben. Beide waren von den Eindrücken, die sie dort gewinnen konnten begeistert und fanden es wie ich, eine sehr schöne Sache.

Jetzt hast du in diesem Jahr auch gegen Gegner gespielt, die du selbst wahrscheinlich des Öfteren schon im TV gesehen hattest, weil sie aktuell zu den besten Spielern auf der ATP-Tour gehören. Beispielsweise waren das Jo-Wilfried Tsonga, Gael Monfils, John Isner, Andy Murray oder Marin Cilic, gegen die du dich sehr gut geschlagen hast. Kann man solche Spieler schon vorher im Fernsehen für ein eigenes Match analysieren?
Struff: Solche Matches sind immer etwas besonderes, aber auch etwas anderes. Man hat die Spieler zwar schon gesehen, teilweise auch mehrfach, aber auf dem Platz ist es dann immer eine andere Situation.

Ärgerst du dich noch über einige knappe Niederlagen oder über Situationen, wie die Fehlentscheidung in der zweiten Runde bei den French Open, als dir dadurch quasi der Gewinn des ersten Satzes genommen wurde?
Struff: Ich versuche in die Zukunft zu schauen und denke nicht mehr an vergangene Fehlentscheidungen zurück. Fehlentscheidungen passieren im Sport und sind menschlich.

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Unterstützung von den Rängen: hier beim Zweitrunden-Match der French Open auf dem Court Suzanne Lenglen.

Gibt es eigentlich Rituale, die du vor deinen Spielen abhälst?
Struff: Das Aufwärmen ist meistens ähnlich. Ich versuche, mich möglichst mit jemandem zusammen aufzuwärmen. Meistens mit meinem Physio Uwe oder falls er nicht da ist, mit jemandem aus dem Trainerteam. Wenn ich ein Match verloren habe, höre ich oft von Coldplay das Lied Fix You. Wenn ich gewonnen habe, dann habe ich aber keine besondere Musik, die ich höre.

Du hattest es bereits angesprochen: Im Frühjahr warst du Teil des Davis Cup-Teams. Wie sieht es im nächsten Jahr aus?
Struff: Das entscheidet sich erst im nächsten Jahr nach den ersten Matches und Turnieren. Es wäre natürlich super und würde mich freuen, wenn ich noch mal eingeladen werden würde.

Jetzt steht das Weihnachtsfest unmittelbar vor der Tür. Wie verbringst du es?
Struff: Ich werde es im Kreise meiner Familie genießen. Darauf freue ich mich schon.

Dann wünschen wir dir ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für die bevorstehenden Aufgaben und das nächste Jahr.
Struff: 
Danke! Das wünsche ich allen Tennisfans und denen, die mich so zahlreich und gut unterstützen und unterstützt haben, ebenfalls.